nach dem gendercamp ist vor dem gendercamp I

Jetzt bloggt sie auch noch!
Ja, vielleicht ist es nicht die ressourcenschonendste Idee, dass ich in der finalen Phase der Gendercamp-Vorbereitungen anfange zu bloggen.
Aber ich bin so furchtbar schlecht in zeitnahen Rückblicken und Zusammenfassungen, dass ich neulich den Einfall hatte, einfach ein paar Sachen, die ich loswerden möchte, VOR dem Camp zu posten.

Es wird mein drittes GenderCamp, das Zweite, das ich mitorganisiere und das Erste, das ich so intensiv mitvorbereite. Mehr schreibe ich erstmal lieber nicht darüber, um sicherzugehen auch noch andere Inhalte unterzubringen.

Was ich hier also versuche ist, bis zum Start des GenderCamps am 17.05.2012 in möglichst kleinen halb-wahllosen Häppchen, das Schöne, das Schwierige und ein bisschen das Ärgerliche zu benennen. Also eine nachbereitende Vorbereitung auf das Gendercamp 2012.

Und es geht los:

Was ist das mit dem Flausch und den Ponies?

Das Logo des diesjährigen GenderCamps orientiert sich am Logo der Zeichentrickserie „My little Pony: Friendship is Magic“ (die ich mir auch sehr gerne ansehe) und erhält dadurch viel Aufmerksamkeit, weil eine große Fan-Masse von erwachsenen Typen (hoher männlicher Nerd-Anteil) ausgemacht wird. Okay – zugegeben – das ist jetzt meine Interpretation davon. Da es aber nichts Neues ist, dass Zeichentrickserien von Erwachsenen gesehen werden, muss es wohl ein wenig an der Besonderheit liegen, dass es sich bei den Hauptponies, um weibliche Charaktere handelt.
Um das Ganze nicht zu einseitig darzustellen: ich liebe die Ponies und bro- oder sishoof an alle Fans…und allgemeine Anschau-Empfehlung! Aber ab und an lohnt es sich daran zu erinnern, dass es ein Jenseits von Ponyville gibt, in dem das mit der Freundschaft und der Magie noch nicht so gaaaanz gut klappt.

Ähnlich ist es mit dem Flausch, der momentan die Empathie-Währung auf Twitter darstellt. Da wird Flausch verteilt, wenn wer mal nen schlechten Tag hat, oder sich mit dem Hammer auf den Daumen gehauen hat oder eben gerade ne sexistische Kackscheiße erlebt hat.
Ich find sowas ja wichtig, wird das Medium Twitter doch sehr häufig genutzt, um das Schlechte dieser Welt anzuprangern und sich gemeinsam über Beispiele von Kackscheiße aufzuregen. Da braucht es ein Gegengewicht, und das stellt momentan der Flausch da.
Wie es nun aber auch schon den Hippies™ erging, sollte der Flausch nicht all unsere Sinne verdecken, da sonst ein weiteres Mal sehr machtvolle Strukturen (und damit auch Verhalten) überflauscht werden. Wenn ich mit verletztenden Strukturen in Berührung komme, schmiege ich mich gerne danach in Flausch (Die Welt ist nicht immer schlecht und so…), aber die Strukturen in Flausch zu packen, macht ungefähr soviel Sinn, wie nen Stein mit Schnee zum ummanteln: es trifft uns umso härter und unvorhergesehener.

Deswegen bin ich großer Fan – bei Veranstaltungen wie dem Gendercamp – von Pony-Weide-Abzäunen und rücksichtsvollem Flauschen …und von bildlichen Vergleichen :P

Ein Anfang dafür bietet bspw. der mir sehr am Herzen liegende Textschnipsel aus dem Ankündigungstext für das GenderCamp 2012:

„Diskriminierungen und Abwertungen aufgrund von Geschlecht, Sexualität, Alter, Herkunft, Hautfarbe, Körper, Aussehen und Bildung werden auf dem Camp nicht hingenommen! Persönliche Grenzen müssen respektiert werden!
Wenn das für Dich nicht selbstverständlich ist, bist Du auf dem GenderCamp nicht willkommen!“


1 Antwort auf “nach dem gendercamp ist vor dem gendercamp I”


  1. 1 GenderCamp, uiuiui… « Puzzlestücke Pingback am 16. Mai 2012 um 9:44 Uhr
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