glitzer ist keine einladung!

[Inhaltswarnung: Beschreibung von körperlichen Übergriffsituationen]

Vorweg: Ich [Ergänzung: – verortet als cis*-Frau* -] habe das Privileg, auf der Straße und in meinem Alltag kaum körperlichen Übergriffigkeiten ausgesetzt zu sein. Nicht sonderlich überraschend, passe ich in den weiß-deutschen Idealbrei und werde wahrscheinlich häufig als irgendwie unauffällig maskulin wahrgenommen (oder eben gerade _nicht_ wahrgenommen). Außerdem kann ich mich meistens auf gewohnten und sichereren Trampelpfaden bewegen.

* * * * * * * * * * * * *

Ich. hab. es. so. satt.

Das war jetzt der dritte Übergriff auf einer homo_queer Veranstaltung innerhalb weniger Monate.

Jedes Mal weiße Maskulinitäten, meistens Cis-Männer und – ich nehme an – sich als schwul verortend.

Ich wage hier deshalb mal einen Rückblick und spanne einen roten Faden:

Vor über einem Jahr auf der Mis-Shapes Party (HH) (die im Untertitel schon vorweg nimmt: „schwul. lesbisch. scheißegal.“):
Ich tanze mit eine_r/m Freund_In auf der Tanzfläche, als von hinten an meinem Hosenträger gezogen wird, um ihn kurz darauf zurückschnalzen zu lassen. Ein Typ. Kommt schon angetrunken rüber. Lächelt mich süffisant an, als ich mich umdrehe und ihn verständnislos anschaue. Ich drehe mich weg, tanze weiter und kommuniziere mit meiner Begleitung kurz (weil laute Musik), was das für ne komische Aktion war. […]

Dieses Jahr auf dem transgenialen CSD (tCSD) in Berlin. Die Demo bleibt am Kotti zu einer Zwischenkundgebung lange stehen. Außerhalb meines Blickbereichs tritt eine (so meine Lesart) cis-männliche Person in Fummel an mich heran berührt mich an der Schulter, labert mich an und macht mir Komplimente. Person wirkt angetrunken. Ich wende mich wieder ab. Kurz darauf kommt die Person wieder – wieder so, dass ich sie vorher nicht sehe und drückt mir nen Kuss auf die Backe und erklärt, dass sie mich „trotzdem“ möge. Ich weise verärgert fuchtelnd darauf hin, wo gerade meine Grenze liegt und sie eben deutlich überschritten wurde.
Demo bewegt sich danach noch ewig nicht weiter. Ich bereue kurz darauf, keine Wechselkleidung mitgenommen zu haben. Fand aber die Perspektive beruhigend, dass es zur Not extra eingerichtete Schutzräume in der Nähe gegeben hätte.
Meine Bezugsgruppe dachte, ich hätte die Person gekannt. […]

Bei Wigstöckel (Berlin) im SO 36 vor ein paar Wochen im Backstage-Bereich im Aufenthaltsraum kommt ein_e Performer_In im Kostüm von hinten an und fährt mit einem stabähnlichem Gegenstand mein Bein an der Innenseite ein Stück hoch. Sollte wohl lustig anzüglich sein.
Ich konnte die Person leider nicht durch ihr Kostüm direkt ansehen. Meine Reaktion war eher so überrumpelt „ähhhhhhh!!!!????“
Von den mit bekannten und vertrauten Personen, die im Raum waren, weiß ich gar nicht, ob und wie diese Situation wahrgenommen wurde. […]

[Hier schonmal der Randverweis, weil eine frische Erkenntnis von mir: Awareness-Konzepte sollten wirklich auch für Backstage-Bereiche mitgedacht werden!]

Und schließlich letztes Wochenende auf der LSF-Soli-Party im Fundbureau (HH):
Noch während des Sookee-Konzerts (hach!) mit Mackern geschimpft und aufgepustet vor Empowerment einen Zentimeter übern Boden schwebend, wurde ich von einem Typen in bekannt-koketter Art wieder auf den bierversifften und scherbenreichen Boden der Party-Realität zurückgeholt:
Wieder kam der Typ einfach aus meinem Sicht-Off an und fährt mir mit ausgestrecktem Finger über meine rechte Schläfe (In mein Gesicht!), auf der sich Glitzer befand, um davon etwas auf seinem Finger zu haben. Kurze süffisante Performance seinerseits folgte. Ich lächel ihn verwirrt an. […]
Die Situation ist beendet. Irgendwie. Und ich bin verletzt und fassungslos, denn…schon wieder!…verdammt! Ich bin es so leid!

Ich hab mal ein paar Gemeinsamkeiten der Situationen gesammelt. Vielleicht hilft es ja anderen und Zeug_Innen ähnliche Situationen einzuordnen oder kritischer einzuschätzen:

Es sind Personen, die aus ähnlichen Gründen wie ich an diesem Ort waren.

Sie starten ihre Aktionen immer(!) aus dem Off-Bereich meines Sicht-/Wahrnehmungsfeldes.

Ich hatte meistens keinen Blickkontakt oder auch nur irgendeine Interaktion vorher mit diesen (mir fast immer unbekannten) Personen.

Ich nehme sie oft als betrunken wahr.

Solche Aktionen werden vom eigenen Umfeld immer als viel harmloser wahrgenommen oder als vertrautes Interagieren fehlinterpretiert.

Die Personen verbleiben immer mit mir im Raum…und ich mit ihnen. Bei mir teils aus Trotz (ich will mich nicht vertreiben lassen), teils aus Schock.

Immer waren Bezugspersonen, sowie weitere Menschen anwesend.

Keine der übergriffigen Personen hat sich danach dafür entschuldigt.


Nun noch etwas weiter verallgemeinert (bewusst verkürzt formuliert):

Übergriffe finden nicht nur in beklemmenden Zweiersituationen statt – AUCH in der Öffentlichkeit – AUCH in Schutzräumen – AUCH in Anwesenheit von Liebsten und Freund_inn_en.

Schwule Kultur und schwule Räume scheinen sowohl durch fehlende Auseinandersetzung mit Sexismus, als auch mit Konsens und individuellen Grenzen zu glänzen.

Queer scheint als Grundkonsens missverstanden zu werden, durch das ironisch-anzügliche Aktionen (auch ohne Konsens) legitimiert werden.

Zurück zum Anfang und immer wieder von vorne:

Solche Erlebnisse sind für mich als Überlebende von Gewalt ne heftige Sache, mit der ich häufig erstmal alleine dealen kann, weil das innere Chaos und/oder der Schock so schlecht zu der Umgebung und der Stimmung des jeweiligen Raumes passen. Oder weil es lange dauert, bis Gefühle und Verstand klarbekommen haben, was da gerade passiert ist.

Ende. Keine Pointe(n). Keine Lösung(en). Nur wachsende Wut.

Und weil es so gut passt (Video): Sookee – Aua (Lyrics hier nachlesbar)

pussy riot: westliche empörung und soli-support

[Das hier ist ne Momentaufnahme, die mir zwischen einem ungelesenen Pussy-Riot-Interview und 1/3 mir noch nicht bekanntem Prozess-Abschluss-Statement wichtig geworden ist.]

Es steht die aufgeklärt freiheitsliebende westliche Empörung neben solidarischen Power-Support-Wünschen. Und während ich mir über das Umsetzen von Letzerem Gedanke mache, keimt die Frage auf „Hey, was geht denn da* eigentlich ab an Reaktionen und Berichten auf/über Pussy Riot?“ (*in den für mich verständlichen deutsch- und englischsprachigen Quellen).
Madonna brüllt: Amerika(sic!)! Land der Freiheit!
(Und viele Promies und Künstler_Innen werden sich gerade nervös fragen, ob sie jetzt auch mal supporten sollen)
An vielen Orten herrscht Betroffenheit: Ja schlimm! Die armen Mädchen! Diese russische Justiz, die von Staat und Kirche beeinflusst wird…

well…

Wo ist (m)ein solidarisches selbstkritisches Ein- und Zurückstehen von/als westlich Verortete(n)?
Denn:
Die drei Pussy Riot-Teile und deren Anwält_Innen und das Pussy Riot Kollektiv mit ihren Aktionen, sprechen für sich selbst und benennen, die für sie untragbaren Zustände im Politik-System Russlands. Wo und Wie wird das eigentlich zitiert?

Mein Start-Punkt:

Sie saßen schon längst in Haft. Seit Monaten.
Aber das wusste ich nicht. Aus Gründen.
Aus Ignoranz und Filtern, die zu gut funktionierten. An privilegierten Stellen.

Kurz vor Beginn der Gerichtsverhandlungen habe ich angefangen hinzusehen. Einfach nur aus meinem peinlich berührten Gewissen heraus, dass ich nichts (außer „irgendwas-mit-Feminist_Innen-in-politischer(?)-Gefangenschaft“) auf die Frage „Was ist denn „Pussy Riot“?“ antworten konnte, während vor meiner Nase gerade eine Support-Aktion startete.

Das ist jetzt zwei Wochen her und ich bin gefühlt mittendrin, Bilder und Videos anzusehen, Livestreams der Gerichtsverhandlung mit zu verfolgen, die Übersetzungshilfe Russisch-Deutsch schätzen zu lernen, die Mühen von @uebersetzer dankbar anzunehmen und auch aufgrund meiner Russisch-Unkenntnisse inhaltlich ne Weile nix zu verstehen…Eindrücke werden mehr und breiter. Fragen häufen sich.
Aber auch die Solidarität, der atemlose Respekt und Sympathie für die coolste und stärkste Marathon-Performance, die ich bisher mitverfolgen konnte, wird immer stärker.

Doch hier soll es vor allem um die Fragen gehen, denn sie sind der Beigeschmack, der mir auf der Zunge liegt und mich an den Wert erinnert, im Zweifel auch mal (solidarisch) den Mund zu halten.

Der Beigeschmack und die hochgezogenen Augenbrauen der letzten Tage gehen an den Westen. Der Westen (ein Konstrukt, dass sich nur durch Benennung eines Nicht-Westen/“Rest“ gewaltvoll am Leben erhalten kann) – von dem ich ein Teil bin – hat mal wieder sein Anderes** gefunden. Im **Osten. In **Russland. Mit drei **Frauen.

Deshalb nun eine Liste an Fragen, bei denen ich zwischen meinem individuellem (noch) Un_Wissen und westlicher Arroganz hin- und herpendel.

Und bitte: ich versuche selbst, Antworten auf meine Fragen zu finden (das hier ist also keine Aufforderung zum Erklärbär_Innen-Russisch/Russland-Chrashkurs). Falls aber jemand Orte für mögliche Antworten teilen möchte: gerne.

Es geht mir hier vor allem um Raum für Selbstbezeichnung(en) und dass ich ständig an den Punkt komme zu sagen: Keine Ahnung, ob das eine Selbstbezeichnung der einzelnen Personen oder ein Konsens des Pussy Riot-Kollektivs ist…oder eben: eine Fremdzuschreibung. Aufgrund der gerne mal grottigen Berichterstattung, zögere ich, deren Inhalte wiederzugeben.

Zunächst einmal die Namen der drei angeklagten Pussy Riot Teile.
Vor- und Nachnamen werden immer wieder unterschiedlich geschrieben und ich verspüre Nachholbedarf, das besser einschätzen zu können, was das für Gründe haben kann. Welche Schreibweise (mit lateinischen Buchstaben) ist respektvoll und passend für ein öffentliches Benennen? Das Gleiche gilt für die Aussprache.
Denn ich stelle mir vor, mein Name würde ständig anders geschrieben, je nach dem wie es gerade für eine andere Sprache, die nichts mit meinem Namen anfangen kann, leichter ist.
Und wie sieht das mit den verkürzten Vornamen (z.B. „Masha, Katja und Nadja“) aus? Sind es selbstverständliche/alltägliche Kurzformen ihrer Vornamen? Oder Namen, die eigentlich eine persönliche(re) Verbindung voraussetzen? Spielt Alter ne Rolle?

Und überhaupt: Geschlecht:
Personen, die zwischen 22 und 30 Jahre alt sind, als „Mädchen“ zu bezeichnen: oh please!
Ob sich die drei alle gleichermaßen als Frauen verorten?

Ist es leichter/harmloser Pussy Riot als „Musikerinnen“ oder „Punk-Band“ zu bezeichnen? Warum finde ich eigentlich „Künstler_Innen“ schon etwas passender? Warum nicht auch mal „Kunst-Aktivistinnen“ oder „feministische Performance-Aktivistinnen“? Und wie verortet sich Pussy Riot selbst? Warum wird so selten von Pussy Riot als Kollektiv gesprochen? Kollektiv als ein alternatives Sich-Organisieren von bspw. Widerstandsformen…nur mal so. Wäre es eine „autonome Widerstandszelle von Künstlern“, wenn es sich dabei um Typen gehandelt hätte?

Was für Charakter-Rollen nehmen die drei ein und welche werden ihnen zugeschrieben?

Was machen sie sonst noch (neben dem immer wiederholten „zwei von ihnen sind Mütter“…) so?
(Eine sei u.a. Programmierer_In.)
Alle drei befinden oder befanden sich in akademischer Ausbildung. Privilegierte Positionen also, die somit leichter auf Ressourcen Zugriff haben.

Ist Pussy Riot für den Westen etwas Attraktives, weil viel Vertrautes zu finden ist, was es [Paternalismus!] gegen den ungerechten Osten/Russland/Putin (alles eins! Da nimmt es der Westen nicht so genau.) zu verteidigen/schützen gilt?
(Die berühmten westlichen Werte, die traditionell auch tödlich in der Welt verteidigt werden..)

Wie offen und wohlgesonnen wären die westlichen Öffentlichkeiten (und damit auch ich),

- wenn es eine Gruppe mit russischem Namen wäre?
- wenn die Angeklagten nicht bestimmten Schönheitsidealen entsprechen würden?
- wenn sie sich nicht intelligent, gebildet und verständlich äußern könnten?
- wenn sie westliche Positionen („Europe has pissed herself“) kritisieren würden?

Ich bin misstrauisch an welchen Stellen ich mit meiner Solidaritätserklärungen in Statements einreihe, die DAAAAS was DAAAA in RUSSLAAAAND passiert, ganz SCHREEEECKLICH finden, weil es so etwas in IIIIIHREM Land ja nicht gebe. Gibt es aber. Nur werden sie nicht breit wahrgenommen. oder auch: schonmal ein Gerichtsverfahren mitbekommen, bei dem es um randständige gesellschaftliche Positionen und ihre Rechte ging?

Und was mach ich jetzt?
Während sich aus westlichen Perspektiven unhinterfragt empört wird, über die Zustände und Ungerechtigkeiten, kann ich versuchen zu Supporten ohne meinen Wahrnehmungen zuviel Definitionsmacht zu schenken.
Was mir schwer fällt, wenn mein bewegtes Herz gerne mehr romantisierend die Bewunderung für die drei Personen und das gesamte Kollektiv ausdrücken möchte.

Darum bleibt mir

SUPPORT & RESPECT:

FREE PUSSY RIOT!

nach dem gendercamp ist vor dem gendercamp IV

Perspektiven

Morgen ist es dann soweit: Das GenderCamp 2012 startet.
Und eigentlich habe ich mich schon davon verabschiedet, noch einen Blogpost zu schreiben, denn es stehen wichtigere Dinge an und davon jede Menge.
Aber wie das gerne mal so ist: ich steh #kind-bedingt vor 8 Uhr in einer Küche und spüle gerade ein paar Sachen. Naja. Eigentlich mache ich das in dieser Kombi nie, denke aber jetzt darüber nach, es häufiger zu machen, denn offenbar kann ich recht gut dabei nachdenken. Wie auch beim Zähneputzen…doch ich schweife ab.
Auf jeden Fall hatte ich eine simple, aber für mich wichtige Erkenntnis, die ich dringend noch runterschreiben möchte und damit die Reihe „nach dem gendecamp ist vor dem gendercamp“ beenden werde. Ist ja auch mal schön – so ein Projektabschluss.

Der Gedanke drehte sich um die Diskussionen und Konflikte im Rahmen des GenderCamps.
Das Camp ist in seinem dritten Jahr nun wirklich deutlich an einem anderen politischen und inhaltlichen Punkt angekommen. Denn zu Beginn war es ein freudiges Aufeinandertreffen von Personen, die irgendwas gegen Sexismus im Netz und überall und irgendwas mit Feminismus machen. Was erstmal sehr verbindend und teilweise auch empowernd gewirkt hat. Nur es bedeutet eben nicht, dass „wir“ deshalb die gleichen Ziele und Wege dorthin verfolgen. Was anfangs erstmal sehr in den Hintergrund gerückt war. „Wir wollen doch alle das Gleiche!“ – Nein wollen wir nicht. Und jetzt wird’s spannend!

Nach der Richtung der Perspektiven auf Strukturen außerhalb des Camps – die sexistische Kackscheiße da draußen™ – wurde die Perspektive gedreht oder vielmehr wurde eine weitere Perspektive gestärkt: die Perspektive auf sich selbst.
Das kommt nicht von ungefähr, denn auch an diversen Orten der feministischen Netzbewegung mit queeren Anteilen, wurde häufig die Raumfrage („für wen und/oder was soll dieser Raum eigentlich da sein?“) gestellt und Kritik an Strukturen innerhalb dieser Räume gestellt. Und dazu gehört eben logischerweise auch das GenderCamp.

Ich finde diesen Trend sehr erfreulich, denn Selbstkritik und -reflektion sorgt nicht nur dafür, dass Räume und Ansprüche an diese klarer benannt werden können, sondern schafft neue Anknüpfungspunkte für Solidarität und Kooperationen.
Es gibt viel, was wir voneinander zu lernen haben, und es wird noch viele Diskussionen und Konflikte und Ausschlüsse/Abgrenzungen an einigen Stellen geben. Aber ich habe den Eindruck, dass das für die Geschichte von Räumen immer dazugehört. Vielleicht sogar so, dass es einen Verlust des politischen Potenzials bedeutet, wenn es kein Hinterfragen und Auseinandersetzungen innerhalb eines Raumes mehr gäbe.

Was mich noch ein bisschen skeptisch macht, ist die hohe Geschwindigkeit, in der Räume debattiert, Diskussionen geführt und Ergebnisse/Standards (um)gesetzt werden. Bezogen auf die Debatten, die vor allem im Netzt geführt werden.
Für manche Auseinandersetzungen und Selbstfindungen braucht es Jahre. Und solche Prozesse, werden durch Diskussionen im Netzt stark abgekürzt. So stark, dass es meiner Meinung nach übersehen werden kann, dass Menschen und „Offline“-Räume Zeit für Veränderungen brauchen.
Vielleicht sind diese unterschiedlichen Zeitlichkeiten auch mit ein Grund, warum es schwer ist, über Netz-Zusammenhänge ein nachhaltiges Zusammenarbeiten möglich zu machen.
Noch ne steile These! :)
Das aber ist ein weiteres Thema und ich freue mich schon darauf, mich auf dem GenderCamp darüber austauschen zu können.

nach dem gendercamp ist vor dem gendercamp III

Eine Runde #hach

Da ich ja auch „Schönes“ vom GenderCamp in meinen Artikeln versprochen habe, das aber in den ersten beiden Posts zu kurz gekommen ist, werde ich dem mal gezielter nachkommen.
Es passt auch recht gut zu meiner gespannten Aufregung, die sich nun langsam breitmacht. Gerade nimmt vieles im Hintergrund Form an und es bekommt alles wieder mehr Realitätsbezug, wenn Sachen „nächste Woche“ dann am Start sein sollen.

Für mich wirklich unschlagbar ist der Themen- und Aktions-Mix, der beim GenderCamp geboten wird. Und der einfach so durch die Interessen, Erfahrungen und Fähigkeiten der Leute, die auf dem Camp waren, entstanden ist. So habe ich gebastelt, verkabelt, diskutiert, zugehört, reflektiert, gefeiert, gestaunt und mich gefreut. Der Themen-Mix beinhaltete für mich D.I.Y., Netzpolitisches, Technikaffines, Popkulturelles und Akademisches (auch wenn das jetzt sehr künstliche Abtrennungen voneinander darstellt). Wirklich bezaubernd!

Magisch waren auch die Momente des Aufeinandertreffens von Menschen, die sich entweder noch gar nicht oder nur über das Netz kannten. Neugierig und unwissend, ob man sich was zu sagen haben wird. Es gab zum Glück ausreichend Gesprächsstoff.

Für mich war das GenderCamp ein ständiges „Ach DU bist das!“ und leider auch eine große zum Scheitern verurteilte Aufgabe, mir plötzlich so viele Namen zu merken (miserables Namensgedächtnis!).
Die Begeisterung und Freude der Leute war spürbar, die bspw. in ihrem Alltag nicht viel feministischen netzaffinen Humancontant haben und sich – zumindest ein wenig – hineinfallen und beflügeln lassen konnten, um nach dem Camp ein bisschen gestärkter wieder in ihren Alltag zurückzukehren.

Allzuviele Menschen hab ich dann doch gar nicht kennengelernt, da meine eigene Zurückhaltungspraxis dem etwas entegegenläuft. Hierfür erzähle ich auch immer gerne die Geschichte von den Personen, mit denen ich mich 2 Jahre lang nicht auf dem Camp unterhalten habe (im Netz sehr wohl) und dieser Missstand dann mal jenseits des GenderCamps behoben werden musste. Es steht dann eben doch ein schnödes Neu-Kennenlernen an, wenn man sich das erste Mal begegnet.

Aber ich muss auch sagen, dass ich – was den sozialen Faktor angeht – von Anfang an eine recht entspannte Ausgangsposition hatte, da ich das zumindest ein Bisschen an der Orga des ersten Camps beteiligt war und unter den Teilnehmenden „alte“ Bekannte aus Uni-Zusammenhängen, Freund_Innen und Liebste anwesend waren.

Meine ganz eigene Glücks-Erfahrung hing mit dem Lern-Klima zusammen (wie wird mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Wissensständen umgegangen). Das war zwar auch keine durchgängige Erfahrung, aber für mich etwas sehr Wertvolles.
Ich fühl mich generell wohl, wenn um mich herum rumgenerded wird und ich im Zweifel nichts verstehe, worüber diese wunderbaren Menschen sich gerade so engagiert unterhalten. Aber so nach und nach etwas darüber zu lernen, weil dann doch nochmal bestimmte Begriffe nachgefragt und gerne beantwortet wurden, war auch ein schönes Erlebnis. Denn gerade, wenn es um technische Fähigkeiten ging, habe ich ein Wohlfühllevel bei mir wahrgenommen, das sich vor allem daraus speiste, dass einer Gruppe von Menschen etwas grundlegend erklärt werden konnte – ohne das qua geschlechtlicher Zuordnung gewisse Fähigkeiten zu oder abgesprochen wurden.
Das sollte eigentlich selbstverständlich sein – ist es aber nicht. Umsomehr ein Kompliment für das GenderCamp einen Raum für das enstehen lassen zu können. Und ich hoffe, dass auch in Zukunft dieser Raum immer häufiger und langanhaltender auf dem Camp geschaffen werden kann.

Unter anderem dafür – und wie das Camp sonst noch ein Ort umsichtigeren Miteinanders werden kann – hat ein kleiner Haufen von GenderCamper_Innen die letzten Monate sich zusammen viele Gedanken gemacht und Ideen umgesetzt. Ich bin Teil dieses Haufens und es hat mir ein weiteres Mal gezeigt, was für wunderbare Menschen durch das GenderCamp zusammengekommen sind und welche tollen Projekten wir zusammen auf die Beine stellen können. #hach

nach dem gendercamp ist vor dem gendercamp II

Sich das Beste zum Schluss aufheben oder: Abschlussplena abschaffen!

Wie schon im Post davor erwähnt, versagt mein sonst so *räusper* messerscharfer Verstand bei der Aufgabe, ein umfassendes Feedback zu etwas abzugeben und geht in solchen Momenten gerne in einer Hüpfburg spielen:*doiiiiingdoiiing*soooo schön buuuunt!*doiiiiingdoiiiiiing*.

Ich überspiele dieses individuelle Problem und frage mich: Dürfen manche wohlgehüteten Geheimnisse eigentlich erst ganz am Schluss gelüftet werden? Warum nicht also mal diese Abschlussplena-Kultur in Frage stellen? Dadurch werden nämlich für mich gleich zwei veränderbare Aspekte für eine Veranstaltung wie das Gendercamp greifbarer.

Stellt euch vor, es gäbe einfach keine Feedbackrunde am Ende, wo einige erzählen, was sie gut und blöd fanden! Ja, das Essen war gut, es war viel zu wenig Zeit, ein Dank an die tolle Orga, die Getränke waren recht teuer, gerne mehr Pausen,… Weg! Ersatzlos gestrichen!

Wir wären vielleicht etwas mehr angehalten, Lob und Kritik währenddessen(!) einzubringen und – und das ist mein Lieblingsteil – wir hätten noch mehr Möglichkeit auf den aktuellen Ablauf direkt Einfluss zu nehmen.

So hätte es beispielsweise auf die Frage beim vergangenen GenderCamp, ob das Camp immer in Hüll und in Norddeutschland stattfinden müsse, erstens keine so desaströse Reaktionen geben müssen (bei einer Mischung aus Müdig- und Gereiztheit) und zweitens hätte es auf dem Camp selbst mehr Raum bekommen können. Es hätten sich Leute finden können, die die GenderCamp-Idee an einem anderen Ort auch umsetzen möchten. Oder es hätte eine Ideensammel-Session zu gendercamp-verwandten Veranstaltungen und deren Organisation geben können.

Fragen und Kritik haben die Chance verdient, noch auf dem Camp selbst zu reifen und überhaupt mal bei mehreren Leuten anzukommen.

Dann stellt sich aber schon auch die Frage, wo organisatorisch Räume geschaffen gewerden können, in denen Lob und Kritik direkt verhandelt werden kann. Reicht dafür ein Plenum am Tag aus, in dem eigentlich hauptsächlich der Zeitplan mit gefüllt wird? Eine Pinnwand? Kleinere Gesprächsrunden?

Und da schließt sich der zweite Aspekt daran an. Die Lob- und Kritikkultur. Die Fähigkeit, Lob und Kritik gut äußern und ebenso gut annehmen zu können. Dass muss gelernt und geübt werden und kommt wie alles andere auch nicht von alleine zu einer Veranstaltung geflattert.

Auch hier kann Zeit wieder für uns arbeiten: wenn etwas zeitnah kritisiert wird (was nicht immer möglich ist), kann ich das erstmal nehmen und mir Gedanken dazu machen, vielleicht nochmal mit jemanden darüber reden und dann reagieren und bspw. Erkenntnisse in mein Verhalten enfließen lassen. Wie ich finde, ein recht wertvoller Prozess.

Mehr Mut an allen Ecken ist gefragt! Mehr Mut, Kritik zu üben. Mehr Mut, Kritik anzunehmen. Mehr Mut, alternative Strukturen für direkte Einflussnahme zu schaffen.

Der messerscharfe Verstand darf dafür dann auch wieder aus dem Bälleparadies eingesammelt werden.

nach dem gendercamp ist vor dem gendercamp I

Jetzt bloggt sie auch noch!
Ja, vielleicht ist es nicht die ressourcenschonendste Idee, dass ich in der finalen Phase der Gendercamp-Vorbereitungen anfange zu bloggen.
Aber ich bin so furchtbar schlecht in zeitnahen Rückblicken und Zusammenfassungen, dass ich neulich den Einfall hatte, einfach ein paar Sachen, die ich loswerden möchte, VOR dem Camp zu posten.

Es wird mein drittes GenderCamp, das Zweite, das ich mitorganisiere und das Erste, das ich so intensiv mitvorbereite. Mehr schreibe ich erstmal lieber nicht darüber, um sicherzugehen auch noch andere Inhalte unterzubringen.

Was ich hier also versuche ist, bis zum Start des GenderCamps am 17.05.2012 in möglichst kleinen halb-wahllosen Häppchen, das Schöne, das Schwierige und ein bisschen das Ärgerliche zu benennen. Also eine nachbereitende Vorbereitung auf das Gendercamp 2012.

Und es geht los:

Was ist das mit dem Flausch und den Ponies?

Das Logo des diesjährigen GenderCamps orientiert sich am Logo der Zeichentrickserie „My little Pony: Friendship is Magic“ (die ich mir auch sehr gerne ansehe) und erhält dadurch viel Aufmerksamkeit, weil eine große Fan-Masse von erwachsenen Typen (hoher männlicher Nerd-Anteil) ausgemacht wird. Okay – zugegeben – das ist jetzt meine Interpretation davon. Da es aber nichts Neues ist, dass Zeichentrickserien von Erwachsenen gesehen werden, muss es wohl ein wenig an der Besonderheit liegen, dass es sich bei den Hauptponies, um weibliche Charaktere handelt.
Um das Ganze nicht zu einseitig darzustellen: ich liebe die Ponies und bro- oder sishoof an alle Fans…und allgemeine Anschau-Empfehlung! Aber ab und an lohnt es sich daran zu erinnern, dass es ein Jenseits von Ponyville gibt, in dem das mit der Freundschaft und der Magie noch nicht so gaaaanz gut klappt.

Ähnlich ist es mit dem Flausch, der momentan die Empathie-Währung auf Twitter darstellt. Da wird Flausch verteilt, wenn wer mal nen schlechten Tag hat, oder sich mit dem Hammer auf den Daumen gehauen hat oder eben gerade ne sexistische Kackscheiße erlebt hat.
Ich find sowas ja wichtig, wird das Medium Twitter doch sehr häufig genutzt, um das Schlechte dieser Welt anzuprangern und sich gemeinsam über Beispiele von Kackscheiße aufzuregen. Da braucht es ein Gegengewicht, und das stellt momentan der Flausch da.
Wie es nun aber auch schon den Hippies™ erging, sollte der Flausch nicht all unsere Sinne verdecken, da sonst ein weiteres Mal sehr machtvolle Strukturen (und damit auch Verhalten) überflauscht werden. Wenn ich mit verletztenden Strukturen in Berührung komme, schmiege ich mich gerne danach in Flausch (Die Welt ist nicht immer schlecht und so…), aber die Strukturen in Flausch zu packen, macht ungefähr soviel Sinn, wie nen Stein mit Schnee zum ummanteln: es trifft uns umso härter und unvorhergesehener.

Deswegen bin ich großer Fan – bei Veranstaltungen wie dem Gendercamp – von Pony-Weide-Abzäunen und rücksichtsvollem Flauschen …und von bildlichen Vergleichen :P

Ein Anfang dafür bietet bspw. der mir sehr am Herzen liegende Textschnipsel aus dem Ankündigungstext für das GenderCamp 2012:

„Diskriminierungen und Abwertungen aufgrund von Geschlecht, Sexualität, Alter, Herkunft, Hautfarbe, Körper, Aussehen und Bildung werden auf dem Camp nicht hingenommen! Persönliche Grenzen müssen respektiert werden!
Wenn das für Dich nicht selbstverständlich ist, bist Du auf dem GenderCamp nicht willkommen!“

menscheln 2.0

Hallo,

Ich bin ein Troll. Ich habe viele Namen z.B. Femi-Nazi, Vaginatroll, frustrierte Lesbe, Tittensozialistin, u.v.m.

Diese Namen entstehen, wenn ich in den Weiten von Blogosphäre und Netzwelt auf Texte wie Artikel, Bilder, Podcasts, Werbung und Filme stoße und darin Ausschlüsse, Stereotype und Abwertungen finde. Dann passiert etwas mit mir: ich rege mich auf. Das kann daran liegen, dass Stellen berührt werden, die meine eigene Identität angehen. Das kann aber genauso auch auf einer solidarischen Ebene passieren, da ich an Stellen privilegiert genug bin, mir eigentlich darüber keine Gedanken machen zu müssen. Die Aufregung ändert sich dadurch aber nicht.
Als nächstes überlege ich, was mich daran eigentlich aufregt und welche gesellschaftlichen Strukturen (z.B. Sexismus, Rassismus, Homphobie, Transphobie, Bodism) und Normen in diesen Produktionen aufblitzen.

Wir halten fest: ich rege mich immer noch auf.

Dann gehe ich damit an den Ort der aufregenden Produktion – der Netzöffentlichkeit – und schreibe einen Kommentar. Oder ich schreibe einen Artikel in den Netz-Räumen, die ich selbst geschaffen habe oder mitgestalte. Das ist eigentlich egal. Zumindest für meine Namen.
Der Kommentar wird gelegentlich nicht veröffentlicht bzw. freigeschaltet. Ups! Scheiße! Aber naja stimmt schon, ich habe über meine Aufregung den guten Ton der Vernunft, der ja sonst überall zu finden ist, vernachlässigt. Schon okay. Hätte meinen Kommentar selbst wahrscheinlich ebenso behandelt. Nur zu sagen, dass etwas (*setzte Beliebiges ein*)-istisch ist, mag dann doch etwas zu knapp sein. Ist aber auch egal. Denn der Kommentar wurde ja schließlich doch zumindest von einer moderierenden Person gelesen und meine Mission ist erfüllt. Zack! Das hat gesessen! Persönlicher Angriff auf die/den Autor_In wurde wahrgenommen.
Und ich so: yeah! Super-Troll strikes again!

Was bleibt mir noch? Ach ja! Meine Troll-Freund_Innen aktivieren und Hass-Attacken initiieren! Ist ja schnell gemacht: ein kleiner Artikel hier, ein schneller Tweet dort und auch noch ein bisschen die Soup gewürzt. Das läuft ja mal wieder rund! Aufregung trotzdem noch da…hm komisch…manchmal brauchen aber ja Erfolgsgefühle ein wenig Zeit, bis man sie ganz genießen kann.

Noch einige Angaben zu mir: ich bin humorlos, verstehe eigentlich nie den Witz. Generell versteh ich sehr wenig. Dogmatisch, emotional, frustriert und von gestern bin ich auch noch.

Zum Glück gibt es hilfreiche Menschen, die sich meiner annehmen und mir mal erklären, wie das Ganze eigentlich wirklich gemeint war und zu verstehen ist. Und sie erinnern mich vor allem an eine Sache: Dass hinter den Produktionen, die mich so aufregen reale Menschen stecken, mit Gefühlen und vor allem mit ganz viel Humor (so viel Humor, dass sie vor lauter Augenzwinkern nichts mehr sehen können). Mist! Vor lauter Aufregung wieder das Menschliche vergessen. Bin ich ja ganz einsichtig.
Mal kurz nachspüren: Aufregung noch nicht verschwunden.

Wie gut, dass es noch andere gibt, die sich vernünftig ausdrücken können. Die_Der Angegriffene/Beschuldigte/Angeprangerte zum Beispiel. Das läuft ja wie geschmiert. Da brauch ich nur mal „-istisch“ in Bezug auf eine konkreten Text(teil) schreiben und schon wird bereitwillig das T-Shirt übergestreift, auf dem bspw. „Sexist“ steht. Komisch! Ach, das soll ich behauptet haben? Nee, eigentlich nicht, aber vielleicht versteh ich da einfach mal wieder was nicht.

Das Schauspiel erweitert sich.

Betroffene Person (je nach Selbstbild eines aufgeklärten Menschen auch schon ganz aufgeregt) zieht zur Legitimation Alibi-Frauen/-Schwarze/-Schwule/-Türken/-Lesben/-… hinzu, die durch Anwesenheit im sozialen Umfeld dieser Person wirken, oder sich sogar positiv zum Gegenstand der Kritik äußern. Auch On/Offline Befreundete oder Solidarisierende melden sich zu Wort und treten für die Korrektheit dieser Person ein und finden es auch voll unfair, was gerade mit der betroffenen Person gemacht wird.

Menschliche Nächstenliebe schwappt mir durch den Bildschirm entgegen und ich bin ganz…aufgeregt!
Währenddessen sind meine Troll-Freund_Innen und ich immer wieder am miteinander diskutieren, Texte/Textchen schreiben und an den Orten des Geschehens im Netz zu diskutieren. Manchmal sogar mit den Betroffenen außerhalb der Netz-Öffentlichkeit. So ganz menschlich eben. Was die Ausdauer halt so zulässt.
Aber ein Ende ist absehbar! Von Erschöpfung und Unverständnis geplagt, wird sich – nicht ohne schnippische Kommentare – aus der unmenschlichen Welt der *hier beliebigen Namen aus ersten Satz dieses Textes einfügen* zurückgezogen. Man wollte doch sogar mit mir und meinen Freund_Innen auf unseren Netz-Parties (Blogs, Podcasts) reden. Das wurde ignoriert oder dankend abgelehnt. Letzte Chance eines menschlichen Miteinanders verspielt.

Und dann?

Meistens: Stille. Das Netz ist ja zum Glück so schnelllebig. Blogposts verschwinden auf Archivseiten und dann ist wieder Platz in der ganzen Blogosphäre für vernünftiges Miteinander-Menscheln.
Der GANZEN Blogosphäre?

[Achtung! Dies ist vielleicht Satire, vielleicht aber auch nicht.]

Disclaimer:
Ich stelle hier Beobachtungen und Erfahrungen dar, die ich in den vergangen Tagen, Wochen, Monaten und Jahren an Orten im Netz wie taz.de, nrrrdz-Podcast, genderblog, mädchenblog gesammelt habe. Ich habe sowohl schon selbst trollige Kommentare geschrieben, als auch mit Trollen diskutiert (gefüttert), und mitverfolgt wie viele aus einem queer-/feministischen Netzumfeld sich mit sehr großem Aufwand bemüht haben, ruhige und differenzierte Texte und Kommentare zu verfassen, um darauf Ignoranz und Kritikunfähigkeit zu ernten. Das ist zermürbend.

Dadurch ist aber auch eine Sensibilität/Wachheit für Argumentationsstrategien erwachsen, mit der ich auf zukünftige Diskussionen, sowohl im Netz, als auch an anderen Orten (denn es gibt viele Ähnlichkeiten und Wiederholungen) blicken kann. Danach richten sich dann mögliche Reaktionen von mir. Meine Aufregung ändert sich jedoch dadurch nicht. Und mein Respekt gilt allen, die versuchen mit ihrer Aufregung produktiv und sichtbar zu werden, und damit etwas schaffen, zu dem ich im ersten Augenblick nicht immer fähig bin (und lieber eine Runde Glitzer kotz).

Das „Ich“ im Haupt-Text verstehe ich als kollektiv und die gespiegelte Wahrnehmung von kritikäußernden Positionen (aus meiner überwiegend aus queer-/feministischen Räumen bestehenden Erfahrungswelt).

anziehung

anziehung

selbst_redend #7

heiter scheitern Folge 7: unschuldig vereint: guter Pop und lesbische gefährliche Küsse

selbst_redend #6

heiter scheitern Folge 6: selber machen – können/wollen/sollen/dürfen/…